Ein Trip ins Weltall

Es gibt viel zu sehen auf der Nordinsel Neuseelands! Laut der Maori Legende vom Halbgott Maui mit seinem Fischhaken aus dem Meer gezogen, gibt es vor allem für Herr der Ringe Fans einiges zu erleben. Egal ob der Vulkan, der als Vorlage für Mordor gedient hat oder die Hügellandschaft besser bekannt als Hobbiton. Allerdings glaube ich nicht, dass man sich als Hardcore-Fan bezeichnen kann, wenn man wie ich bei allen drei Filmen bei der Hälfte eingeschlafen ist. Also habe ich mir die Eintritts- und Tourgelder für den ganzen Schmarrn gespart. Meine nächste Station hieß somit Rotorua. Wenn man nach ein paar Stunden von Auckland aus, aus dem Bus steigt, fällt einem zunächst mal eines auf: es stinkt. Und zwar nach faulen Eier. Die Gegend um Rotorua ist ausgewöhnlich geothermal aktiv. Was auf der einen Seite fantastische heiße Quellen zum baden mit sich bringt, auf der anderen Seite stinkt’s halt nach Schwefel. An meinem ersten Nachmittag habe ich die Gegend um den See in Rotorua erkundet. Überall blubbert und brodelt es und die Landschaft sieht aus wie aus einer anderen Welt. Dass das Wetter nicht so gut war, hat dann auch gar nicht gestört, im Gegenteil, es hat dazu beigetragen, dass den See eine beeindruckende, fast unheimliche Stimmung umgeben hat.

Am Tag darauf bin nach Wai-o-Tapu gefahren, ein Ort, der ungelogen aus einem Motel und einer Tankstelle besteht. Trotzdem strömen jedes Jahr tausende Besucher dort hin, um das Thermal Wonderland zu besuchen (Scheißname, aber einen Besuch ist es trotzdem wert). Der Park ist nur ein kleiner Teil eines großen Nationalparks in dem es von Geysiren und heißen Quellen nur so wimmelt. Der Schlamm in den Mud Pools ist 60 – 80 Grad heiß und lädt daher nicht unbedingt zum Baden ein; das sprudelnde Wasser und der Dampf sind sogar noch heißer.

Neuseeland liegt genau auf der Grenze zweier tektonischer Platten, was für die Inseln eine hohe vulkanische Aktivität und regelmäßige Erdbeben bedeutet, was vor allem Christchurch auf der Südinseln immer wieder schmerzhaft zu spüren bekommt. Die Quellen um Wai-o-Tapu sind durch die Aktivität des Vulkans Taupo vor etwa 160.000 Jahren entstanden, doch faszinieren heute noch. Die Pools sind dadurch zustande gekommen, dass sich eingestürzte Krater mit Wasser gefüllt haben. Unter der Erde liegt ein System aus von Magma erhitzen Strömen (deshalb ist es da überall so heiß). Mineralien aus verschiedenen Gesteinsschichten werden von diesen Strömen an die Oberfläche gebracht, wo sie mit unserer Atmosphäre reagieren und die ganzen hübschen Farben hervorbringen. Der Schwefel stinkt also nicht nur sondern färbt den Untergrund auch gelb, Eisen ergibt rot, Magnesiumoxid lila, und so weiter.

Und dann schlendert man an knallorangenen Steinen und neongrünem Wasser vorbei und fragt sich, ob man noch auf der Erde ist oder schon im Weltall. Eingerahmt sind die Seen, wie alles in Neuseeland, von tiefgrünen Wäldern und (zumindest wenn das Wetter mitspielt) strahlend blauem Himmel.

Nach Rotorua hat es mich aber in den Süden gezogen. Mit Zwischenstop in der Hauptstadt Wellington und einem kurzen Besuch im fantastischen Nationalmuseum Te Papa, hab ich mich auf die Fähre begeben und bin übergesetzt auf die Südinsel. Was es dort zu sehen gab? Dazu mehr in der nächsten Ausgabe von Lotti reist 😉