Raglan

Zurück in Auckland! Aufgrund meines ausgezeichneten Talents für’s planen und organisieren, war ich zwar am richtigen Ort für meinen Weiterflug in die USA, aber leider zu früh. Während meiner Zeit in Neuseeland ist mir aber viel Gutes über einen kleinen Ort an der Westküste der Nordinsel zu Ohren gekommen. Raglan ist ein Surferort und trotz der perfekten Wellen, die das ganze Jahr über an die Küste rollen, in der Welt relativ unbekannt. Ein kreativerer Titel als einfach nur Raglan ist mir diesmal leider nicht eingefallen, aber viel Erklärung braucht der Ort  sowieso nicht. Das „Stadtzentrum“ ist im Grunde genommen eine Straße, es ist entspannt, man läuft barfuß durch die Gegend und mit dem Wetter hatte ich trotz neuseeländischem Herbst auch Glück.

Ich hatte vor ein paar Jahren in Australien schon mal ein paar peinliche Surfversuche, aber zum Surfer bin ich damals nicht geworden. Trotzdem hat mich die Herausforderung noch mal gereizt und ich habe in Raglan ein paar Stunden gebucht. Und gleich einen Treffer gelandet! Denn die Jungs von Green Wave Raglan, haben es nicht nur geschafft, dass ich bei meiner ersten Welle aufgestanden bin, sondern geben ihren Gästen auch die Möglichkeit bei ihnen AirBnB-Style zu wohnen. Fantastisches Familiy-Dinner jeden Abend inklusive!

Das coole an Raglan ist, dass die Wellen, von Süden kommend, eine 180° Drehung vollenden bevor sie auf die Küste treffen. Das heißt, dass sie weniger stark sind, als an anderen Stellen an der Westküste und trotzdem in schönen Abständen in die Bucht rollen. Also perfekt für Anfänger wie mich, die keine Lust haben, ständig gegen meterhohes Weißwasser anzupaddeln 😉 Aus den vier Tagen, die ich eigentlich bleiben wollte, wurden dann natürlich mehr und jeden Tag ging es für 3 Stunden raus auf’s Wasser, um besser zu werden und bei stahlendem Sonnenschein zu surfen. Nach elf Tagen ohne Pause tat mir jedes Gelenk und jeder Muskel im Körper weh, aber ich war überglücklich und auch ein bisschen stolz, dass ich mich nicht komplett zum Deppen gemacht habe.

Und wenn wir mal nicht im Meer waren, dann haben wir die Nachmittage beim Pizza-Futtern beim Italiener um die Ecke verbarcht oder denen, die wissen was sie tun, bei einem der Point-Breaks außerhalb Raglans beim surfen zugeschaut. Kitschigen Sonnenuntergang gab’s kostenlos dazu.

Aber auch die schönste Zeit muss natürlich zu Ende gehen und so habe ich nach fast zwei Wochen Abschied genommen. Bing, Zen, Ryan, ihr seid die Besten! Ich werde Raglan, das Meer und die vielen Abende, die wir Gäste mit den drei Jungs bei gutem Essen und viel Wein verbracht haben so schnell wohl nicht vergessen!